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#1

in der Diskussion: eine Kulturflatrate

in Presseschau zur GEMA-Petition 01.02.2010 09:33
von evergreen • 530 Beiträge
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#2

Bundesverband Musikindustrie veröffentlicht Positionspapier zur Kulturflatrate

in Presseschau zur GEMA-Petition 01.02.2010 09:40
von evergreen • 530 Beiträge
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#3

Musik auf Pump - Haben Streaming Flatrates eine Zukunft?

in Presseschau zur GEMA-Petition 01.02.2010 09:52
von evergreen • 530 Beiträge

Musik auf Pump – Haben Streaming-Flatrates eine Zukunft?

Nokias Abo-Modell Comes With Music hinkt bisher den Erwartungen der Branche her. Verlockende Aussichten: Ein schier unüberschaubares Musikarchiv, immer und überall verfügbar – und das zu einem festen monatlichen Tarif. Immer mehr Anbieter versuchen, mit diesem Angebot Kunden für eine monatliche Musik-Flatrate zu gewinnen.

Napster, Musicload, Nokia und Spotify sind nur einige Namen, die für eine Entwicklung in Richtung von Abo-Modellen stehen. Doch tatsächlich ist zur Zeit noch relativ schwer zu umreißen, worauf das Geschäftsmodell Musik-Flatrate eigentlich basiert. Denn die meisten Musik-Abonnements im Netz sind heute Streaming-Flatrates. Das heißt: Die Kunden erwerben mit ihrem Abo keineswegs eine Lizenz zum Herunterladen von Musik – sondern den Zugang zu einem Stream. Sie können sich Playlists erstellen, ihr persönliches Archiv einrichten und immer wieder nutzen – doch die Plattensammlung steht nicht im Schrank und liegt auch nicht auf der eigenen Festplatte.

Etwas anders liegen die Dinge im Fall von Nokia Comes With Music, einer Kombination aus Handy und Musikflatrate: Hier bekommen die Kunden mit dem Kauf eines Mobiltelefons das Recht, ein Jahr lang Musik aus dem Nokia-Shop herunterzuladen, und sie können die Musik auch nach Ablauf des Vertrages behalten – allerdings DRM-verschlüsselt. Das in England im Herbst 2008 und in Deutschland im Frühjahr 2009 gestartete Modell bekam eine Menge Vorschusslorbeeren: Für den Weltverband der Phonoindustrie IFPI war es ein Beispiel "für das enorme Potenzial, Musik zu lizenzieren und zu verwerten, wo immer Konsumenten sie nachfragen". Auch viele Labels sahen in Comes With Music den ersten erfolgversprechenden Versuch, dem Wildwuchs des illegalen Filesharings ein für Konsumenten attraktives und günstiges Angebot gegenüber zu stellen.

Im Herbst vergangenen Jahres sickerte jedoch durch, dass Comes With Music äußerst schleppend anläuft: Bis Juli 2009 habe Nokia weltweit erst knapp über Hunderttausend Abonnenten gewonnen, in Deutschland sei der Service mit unter 3000 Kunden kaum aus den Startlöchern gekommen – so kolportierten diverse Blogs. Bei Nokia will man diese Zahlen nicht kommentieren. "Der Rollout des Dienstes erfolgte in kurzer Zeit in vielen Ländern, so dass er sich aktuell noch in der Anlauf-Phase befindet", so Michaela Borsje von Nokia Deutschland.

Womöglich haben die Startschwierigkeiten für die Comes- With-Music-Flatrate etwas damit zu tun, dass Nokia vor allem Teenager umwirbt – für die ist allerdings der Einstiegspreis von 199 Euro für das günstigste Comes-With-Music-Handy relativ hoch – zumal sie als so genannte "digital natives" sozusagen mit dem kostenlosen Tauschen und Herunterladen auf Peer-to-Peer-Netzwerken aufgewachsen sind.

Die etablierten Streaming-Flatrates von Napster oder Musicload haben die Erfahrung gemacht, dass ihre User eher dem Plattenkäufer-Klischee entsprechen, wie man ihn etwa aus Nick Hornbys Roman "High Fidelity" kennt. Der typische Kunde von "Musicload Nonstop" etwa ist vorwiegend männlich und durchschnittlich 32 Jahre alt. Bei Napster kann man diesen Trend bestätigen: "Unsere Abonnenten sind eher männlich, eher älter als 35, aber es gibt keine klare Klassifizierung nach Bildungs- oder Einkommensschichten", sagt Thorsten Schliesche, Chef von Napster Deutschland.

Was "konsumieren" im Flatrate-Zeitalter bedeutet, darüber gibt es durchaus unterschiedliche Ansichten in der Branche. Kurz gesagt: Wenn das Internet mehr und mehr als riesiges Musikarchiv fungiert, das den Usern immer und überall zu günstigen Tarifen – oder gar gratis – zur Verfügung steht, können die Hörer eben ihre Musik konsumieren, ohne sie kaufen zu müssen. Dieser Entwicklung steht eine Allianz aus Musikindustrie und Verwertungsgesellschaften gegenüber, die zur Zeit noch dafür sorgt, dass die Flatrates dem kostenpflichtigen Downloaden und Kaufen nicht den Rang ablaufen.

Whenever, wherever  – forever?

Der Unternehmer und selbsternannte Media Futurist Gerd Leonhard macht vor allem überzogene Ansprüche der Majors für die Schwierigkeiten der Flatrate- und Streaming-Unternehmer verantwortlich. "Einerseits gibt es zahllose Start-ups, die völlig ohne Lizenzierung den Zugang zu Musik-Streams jeder Art bereitstellen", so Leonard im April 2008, als er die Einstellung seines Streaming-Service Sonific bekanntgab. "Andererseits waren wir, als wir an die Majors herantraten, um Lizenzen für einen Teil ihres Katalogs zu erhalten, regelmäßig mit Forderungen nach sehr großen Vorschüssen und nach festen Pro-Stream-Zahlungen konfrontiert. Außerdem machten sie Druck, umsonst eine Beteiligung an unserer Firma zu erhalten und bestanden auf geradezu bizarren Nutzungsbeschränkungen."

Um das Problem zu lösen, fordert Leonhard ein gesetzliches, standardisiertes und international gültiges Verfahren, Musik für die digitale Verwertung zu lizensieren. Auch Thorsten Schliesche von Napster glaubt: "Wir brauchen auf jeden Fall eine vereinfachte, standardisierte Lizenzierung, vor allem was die länderspezifischen Deals angeht – zur Zeit müssen wir pro Land Produkte entwickeln. Auch bei Verwertungsgesellschaften gibt es keinen einheitlichen Tarif, da brauchen wir ein Preismanagement nach oben und nach unten, um neue Geschäftsmodelle entwickeln zu können."

Zur Zeit müssen die Flatrate-Betreiber die Preise fürs Streaming jeweils mit den Labels aushandeln. Zwar kursiert in der Branche die Faustregel "1 Cent pro Stream", doch in der Praxis ist man längst dazu übergegangen, Abgaben pro Kunde zu vereinbaren. Denn eine Pro-Stream-Abrechnung führt das Konzept der Flatrate ad absurdum: je mehr der Kunde die Flatrate nutzt, desto teurer kommt er den Betreiber zu stehen.

Bei den Verwertungsgesellschaften scheint der Widerstand gegen eine nicht-werksbezogene Abrechnung noch größer zu sein. Die GEMA will die Auseinandersetzungen um den Preis fürs Streamen nicht kommentieren, weil man in Gesamtverhandlungen mit diversen Verbänden der Musik- und Medienwirtschaft über Tarife und Vergütungsstrukturen im Online-Bereich stehe. Doch in der Branche ist bekannt, dass etwa der Launch von Spotify in Deutschland zunächst am Widerstand der GEMA gescheitert ist.

Spotify gilt als großer Hoffnungsträger im digitalen Musikmarkt: Die schwedische Firma hat derzeit den einfachsten, schnellsten und günstigsten Zugriff auf ein riesiges Musikarchiv zu bieten. Allerdings gibt es Spotify bislang nur in Skandinavien, England, Frankreich und Spanien. Der Service ist gratis für die, die alle halbe Stunde eine Werbeeinblendung akzeptieren, die werbefreie Flatrate kostet in England 9,99 Britische Pfund pro Monat. Den Betreibern ist es gelungen, mit allen Majors Lizenzverträge zu vereinbaren – doch wie nachhaltig das Geschäftsmodell tatsächlich ist, muss sich noch erweisen.

Skeptiker wie Gerd Leonhard sagen voraus, dass Spotify wegen der teuren Deals mit der Musikindustrie ein ähnliches Schicksal wie etwa Imeem in den USA droht: Der anzeigenfinanzierte Streaming-Service konnte nicht genug Einnahmen generieren, um die Lizenzforderungen der Rechteverwerter zu bezahlen und wurde Mitte November von MySpace geschluckt.

Fazit: Anzeigenfinanzierte Streaming-Portale sind stark spekulative Projekte, die zwar in kürzester Zeit eine millionenstarke User-Gemeinde aufbauen können, jedoch als Geschäftsmodell immer am Rand des Abgrunds lavieren. Den kostenpflichtigen Abo-Modellen wie Napster wiederum scheint eher eine Nischenrolle zuzukommen: mit Tarifen zwischen zehn und 15 Euro pro Monat sprechen sie vor allem die Gemeinde der eingefleischten Musikhörer und weniger einen Massenmarkt an. Zwar prophezeien alle Branchenkenner, dass dem Streaming die Zukunft gehört – doch bei den Majors orientiert man sich eben noch immer stark an dem Geschäftsmodell Tonträgerverkauf aus dem vordigitalen Zeitalter.

Angesichts der wildwuchernden Plattformen, die Musik ohne Lizenzzahlungen verfügbar machen, stellt sich die Frage nach einer allgemeinen, gesetzlich geregelten Kulturflatrate, wie sie etwa Motor-Chef Tim Renner fordert. Man müsse sicherstellen, so Renner, dass "jeder Internet Service Provider neben dem reinen Anschluss auch eine Flatrate zum Downloaden und Behalten von Musik (und später anderen Kulturgütern) anbietet", dass "in dieses Angebot jeder aufgenommen werden muss, der dies mit seiner Musik will; umgekehrt auch jeder seine Musik dort einstellen muss, sobald er sie Dritten kommerziell zugänglich macht." Eine kühne Vision – und wohl noch einige Jahre Zukunftsmusik.

Christoph Twickel/Musikmarkt 22.1.10

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#4

Weitere Meinungen von der MIDEM in Cannes

in Presseschau zur GEMA-Petition 01.02.2010 10:16
von evergreen • 530 Beiträge
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#5

Netzwertig: Kulturflatrate Pro und Kontra

in Presseschau zur GEMA-Petition 01.02.2010 10:35
von evergreen • 530 Beiträge

man darf dabei gerne bedenken, welche Summen jetzt schon pauschal von der Gema eingezogen werden und im 'grossen Topf' landen, da einzelnen Urhebern nicht zuzuordnen.
http://netzwertig.com/2009/06/29/kulturf...pro-und-contra/

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#6

die TAZ zum Thema

in Presseschau zur GEMA-Petition 01.02.2010 15:52
von evergreen • 530 Beiträge
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#7

TAZ: Indielabels gegen Kulturflatrate

in Presseschau zur GEMA-Petition 03.02.2010 17:05
von evergreen • 530 Beiträge
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#8

NMZ, der Charme der Idee trügt

in Presseschau zur GEMA-Petition 01.03.2010 18:14
von evergreen • 530 Beiträge
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#9

Musikwoche: Tim Renner beziffert Kulturflatrate auf EUR 12,90 mtl.

in Presseschau zur GEMA-Petition 04.03.2010 10:50
von evergreen • 530 Beiträge

Tim Renner beziffert Kulturflatrate auf 12,90 Euro

Hat eine Idee zur Kulturflatrate: Tim RennerHat eine Idee zur Kulturflatrate: Tim Renner In der Debatte um eine Kulturflatrate hat sich Motor-Chef Tim Renner zu Wort gemeldet. Er fordert eine monatliche Abgabe für Internetnutzer von 12,90 Euro, die der Bundesverband Musikindustrie einführen solle.

In der aktuellen Ausgabe des Magazins "Rolling Stone" erläutert Renner, wie man potenziellen Musikkäufern im Internet für 12,90 Euro pro Monat einen unbeschränkten Zugriff auf das Repertoire der Labels gewähren könne. Das sei "soviel pro Monat, wie eine CD gefühlt kostet", meint Renner.

"Der beste Weg, die Schwächen einer staatlichen Kulturflatrate zu vermeiden wäre, selbst eine anzubieten", sagt Renner in Anspielung auf die Position des Bundesverbandes, der jüngst seine Kritik an einer Kulturflatrate verschärft hatte. "Statt ein Gespenst zu bekämpfen, geht es also eigentlich darum, ein Geschäft zu beginnen."

Quelle: MusikWoche

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