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Offener Brief an die GEMA • Absender: straightedgerevenge, 10.08.2009 14:26

Hier ein offener Brief an die GEMA, den wir geschrieben haben, aber da wir aus diversen Gründen keine Konzerte mehr veranstalten und keine Homepage mehr haben, wo wir ihn veröffentlichen könnten, stelle ich den Brief hier rein.

Es gibt kein Copyright darauf, wenn ihr ihn veröffentlichen wollt, in Newslettern oder Mailinglists verschicken wollt, go ahead... Oder schickt Ihn an Politiker, usw...

Vielleicht gibt es jemals Antworten darauf und vielleicht ist das ein Punkt, wo man die GEMA am besten angreifen kann...

OFFENER BRIEF AN DIE GEMA

Sehr geehrte Damen und Herren der GEMA,

als Veranstalter hat man es unweigerlich mit der GEMA zu tun, ob man nun will oder nicht. Einige Erlebnisse sind positiv, andere negativ und im Laufe der Zeit macht man sich sein Bild.

Für mich als Konzertveranstalter war die GEMA immer das „notwendige Übel“ und ich habe im Jahre 2009 immer am Sinn einer Organisation gezweifelt, die immer noch in den Strukturen von vor 60 Jahren denkt und arbeitet und fast immer komplett jede technische Neuerung verschlafen hat. So sprechen sie immer noch in ihren Tarifen von Tanzveranstaltung, Umzügen, Musikleitern, usw. OK, ist nicht so schlimm. Schwerer fällt ins Gewicht, dass sie oftmals überhaupt keine Ahnung haben, wie es um und mit den Konzertveranstaltern steht und das ihre Tarife völlig überzogen sind. Sie vertreten zwar die Interessen der Komponisten und Textdichter, aber sie vergessen oftmals, dass sie von den Veranstaltern, Plattenproduzenten, etc abhängig sind. Keine Veröffentlichungen, keine Konzerte, etc. = keine Einnahmen für Sie... OK, auch da könnte ich noch beide Augen zudrücken, es gab ja auch positive Erlebnisse mit der GEMA.

ABER: Angeregt durch jene berühmte Petition von Frau Bestle habe ich mich mit der GEMA und ihrer Geschichte auseinandergesetzt und da gibt es einige Punkte, die sind für eine Organisation, wie sie die GEMA gerne sein möchte einfach unverzeihlich. Jedenfalls, wenn man keine Antworten von der GEMA erhält.

Zitat aus wikipedia.de:
„Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die STAGMA ihre Arbeit fort, ab dem 24. August 1947 allerdings unter der Bezeichnung GEMA, Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte. Vorstand und Generaldirektor von 1947 bis 1989 war Erich Schulze, ihm widmete die GEMA den gleichnamigen Brunnen vor dem Verwaltungsgebäude in München. Aufsichtsratsvorsitzender war ab 1950 der Komponist Werner Egk. Sowohl Schulze als auch Egk bekleideten schon in der STAGMA führende Positionen.“

Die STAGMA wurde am 28. September 1933 gegründet und wieder Quelle wikipedia.de:
„Die Reichsmusikkammer unter ihrem Präsidenten Richard Strauss hatte 1934 in ihren Richtlinien festgelegt, dass „Nichtarier grundsätzlich nicht als geeignete Träger und Verwalter deutschen Kulturguts anzusehen“ seien. Dies bedeutete das Berufsverbot für die damals etwa 8000 in der Reichsmusikkammer organisierten Juden. Die STAGMA war fest in das nationalsozialistische Machtgefüge eingebunden und die leitenden Mitglieder der STAGMA waren eingefleischte und freiwillige Nationalsozialisten. Geschäftsführer der Stagma wurde Leo Ritter, der dieses Amt schon seit 1928 bei der Gema innehatte und Hitlers "Mein Kampf" als Prämie für verdiente Mitarbeiter zu verschenken pflegte.“

Und Zitat nach http://www.abendblatt.de/kultur-live/art...n-der-Gema.html :
„Um den Schein zu wahren, wurden sie (jene in der Reichsmusikkammer organisierten Juden) von der Stagma als "Wahrnehmungsberechtigte" geführt. Obwohl der Verkehr mit dem Ausland weitestgehend eingeschränkt war, wollte sich die Stagma doch die teils immer noch kräftig fließenden Gebühren für jüdische Komponisten nicht entgehen lassen. 1941 betrugen die Gesamteinnahmen der Stagma 14 Millionen Reichsmark. Dazu trugen immerhin noch 344 emigrierte Juden bei, davon allein Franz Waxmann mit 26 300 und Emmerich Kalman mit 14 800 Reichsmark. Da sich die Nazis jedoch jüdisches Eigentum per Gesetz als Reichseigentum unter den Nagel gerissen hatten, wurden die Gelder dem braunen Fiskus gutgeschrieben.“

Hier ergibt sich für mich eine erste Frage:
Wurden nach dem 2. Weltkrieg jene zu Unrecht einbehaltenen Gelder jemals an die Künstler ausgezahlt oder floss das Geld in die GEMA mit ein?

Und meine zweite Frage:
Die GEMA ist so um ein positives Image als Kulturschützerin bemüht. Warum gab es bisher keine Auseinandersetzung mit der NS - Vergangenheit der GEMA (als STAGMA) und dem Unrecht, dass vielen Komponisten und Textdichtern in dieser Zeit angetan worden ist?
Interessanter Artikel zu diesem Thema:
http://www.newmusicbox.org/article.nmbx?id=4831 (v.a. weil da von der cash-cow GEMA gesprochen wird.)


Bei meinen Recherchen habe ich keinen Hinweis darauf gefunden, dass so eine Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit jemals stattgefunden hätte... Wenn doch, können Sie mir dies gerne mitteilen.

Weiter geht es mit meine Fragen...
Sie haben bestimmt schon von von Fritz Löhner-Beda gehört, oder? Wenn nicht, dann hier in Kürze: http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Löhner-Beda oder ausführlicher: http://www.zeit.de/1992/44/Ein-Mann-und-sein-ganzes?page=1 .

Oder zitiert nach user ulfradolf aus http://www.wirwollenlivemusik.de
„Meine Begeisterung für die Musik der 20-er und 30-er Jahre ist riesengroß. In diesem Forum gab es auch schon einen Hinweis auf den folgenden Fall, der ja nur einer von vielen ist. "Die Bar zum Krokodil" in der Comedian Harmonist -Version ist musikalisch und poetisch immer wieder ein "Glückserlebnis". Oder " Dein ist mein ganzes Herz" von Jan Cipura gesungen.
Der Texter Fritz Löhner Beda wurde in Auschwitz 1942 erschlagen. seine ganze Familie überlebte die Vernichtungsakribie nicht.
Die oben genannten und weitere Hits wie, "Ausgerechnet Bananen", "Was machst du mit dem Knie lieber Hans" u.v.m. warfen und werfen Tantiemen in Größenordnungen ab. Ich hoffe, dieser "Überhang", der durch, im Zuge der Judenvernichtung, getötete Urheber entstanden ist, wird von der GEMA komplett an jüdische Organisationen oder für karitative Zwecke überwiesen. Wenn nicht, und dieses Blutgeld blieb im großen Topf, hat die GEMA ein großes Problem und die Nutznießer ebenso. Ganz gleich, wie toll ihre Werke klingen.“

Und daraus ergibt sich meine dritte Frage:
Was passiert mit dem Geld, dass die GEMA durch die Texte von Fritz Löhner – Beda einnimmt / eingenommen hat? Wer bekommt es?

Der Textdichter ist ermordet worden. Seine Familie ebenso. Löhner-Bedas Frau Helene, der er den Text des Liedes Dein ist mein ganzes Herz aus der Operette Das Land des Lächelns gewidmet hatte, wurde am 31. August 1942 mit ihren Töchtern nach Minsk deportiert und am 5. September 1942 im Vernichtungslager Maly Trostinez mitsamt ihren Töchtern Eva und Liselotte ermordet. Es gibt also keine lebenden Verwandten mehr.

Und genau da, liebe GEMA, ist der Punkt erreicht, wo ich keine Augen mehr zudrücken möchte und wo ich der GEMA nicht vergeben und vergessen kann und will. Sollten diese Tantiemen wirklich einbehalten (und das schon seit Jahrzehnten) worden und in den großen Topf der GEMA gewandert sein, dann hat die GEMA für mich jeden moralischen Anspruch verloren. Sie sind ein wirtschaftlicher Verein durch staatliche Verleihung und besitzen eine ungeheure Lobby und Macht, aber gerade weil Sie durch den Staat diese Position verliehen bekommen haben, sind sie auch ein Mitrepräsentant des Staates und können sich solche moralischen Verfehlungen NICHT leisten, da es im völligen Gegensatz zu dem Image steht, dass Sie so gerne nach Außen darstellen. Und jeder Staat kann sich so einen Verein nicht leisten. Für mich persönlich ist so etwas moralisch korrupt und verlogen, gerade weil Sie immer behaupten, dass sie die Rechte der Kulturschaffenden wahrnehmen. Für mich persönlich ist es dann so, dass Sie gerne Geld kassieren, egal woher es kommt und welches Schicksal dahinter steckt. Für mich persönlich haben Sie, wenn es so stimmen sollte, jeden Vertretungsanspruch verloren.

Sehr geehrte Damen und Herren der GEMA,

vielleicht gibt es irgendwann Antworten auf meine Fragen. Vielleicht sind meine Fragen auch schon längst beantwortet und ich habe die Antworten noch nicht gefunden. Sie können mir jederzeit antworten ich habe eine GEMA Kundennummer.
Ich bin gerne bereit in den oben genannten Punkten meine Meinung zu revidieren und meine Vermutungen zurück zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen




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